Fototechnik-Sammlung der Fotogilde

1800"Glasdias"

Die hier gezeigten Glasdias stammen von einer der Kameras aus unser Sammlung zwischen 1916 und 1933

Ursprung der Glasdias

  • Mitte 1800er Jahre: Erste fotografische Glasplatten entstehen kurz nach der Erfindung der Fotografie. Sie dienen zunächst als Negative und später auch als positive Projektionsbilder (Laterna magica / Lichtbilder).
  • Ab ca. 1880: Glasdias werden industriell produziert und verbreiten sich stark in Wissenschaft, Bildung und populären Vorträgen.
  • Um 1900–1930: Hochphase der Glasdias. Sie sind das wichtigste Medium für Kunstgeschichte, Unterricht und Vorträge.
  • Nach 1945: Weiter genutzt, aber zunehmend von Kleinbilddias (Film) verdrängt.

Historische Belege aus den Quellen

  • Glasdias wurden im frühen 20. Jahrhundert bereits als etabliertes Lehrmittel genutzt; z. B. am Frankfurter Kunstgeschichtlichen Institut vor 1914 wurden große Mengen Glasdias bestellt.
  • Ursprünglich wurden sie einfach als „Glasplatten“ bezeichnet; das Bild lag direkt als fotografische Schicht auf dem Glas, nicht auf Film.
  • Große Sammlungen (z. B. Zürich) enthalten zehntausende Glasdias aus der Zeit 1912–1945, was ihre breite Nutzung in dieser Epoche zeigt.

Kurzfazit

  • Erste Glasdias: Mitte des 19. Jahrhunderts
  • Weite Verbreitung: Ab den 1880ern
  • Blütezeit: 1900–1930
  • Ablösung: Ab den 1950ern durch Film-Dias

Hauptkameratypen für Glasdias (1900–1930)

  • 1. Plattenkameras (Dry Plate Cameras)
    Die mit Abstand häufigste Lösung.

Typische Merkmale

  • Aufnahme auf Glasplatten (meist 9×12 cm, 6,5×9 cm, 13×18 cm usw.)
  • Wechselkassetten für einzelne Platten
  • Fokussierung über Balgen
  • Sehr hohe Bildqualität → ideal für Glasdias

Bekannte Hersteller & Modelle

  • Voigtländer Avus, Bessa Plattenkameras
  • ICA (z. B. Icarette, Ideal)
  • Zeiss Ikon (ab 1926, z. B. Maximar, Trona)
  • Goerz Anschütz
  • AGFA Plattenkameras
  • Kodak (z. B. No. 3A Folding Pocket Kodak – auch mit Plattenrückteil

Diese Kameras waren Standard für Fotografen, Studios, Schulen und Vereine.