Überraschender Fund datiert Vereinsgründung auf 1877
Eine unscheinbare Kiste, ein verstaubter Dachboden und ein Zufallsfund, der die lokale Fotogeschichte neu schreibt: Bei einer ungewöhnlich umfangreichen Recherche zur Historie der Fotogilde Tailfingen ist ein Dokument aufgetaucht, das die bisherige Vereinschronik auf den Kopf stellt. Demnach wurde die Fotogilde nicht – wie lange angenommen – Mitte des 20. Jahrhunderts gegründet, sondern bereits im Jahr 1877.
Der Fund gelang im Rahmen eines privaten Archivprojekts, bei dem alte Unterlagen aus einem ehemaligen Schneideratelier in der Tailfinger Ortsmitte gesichtet wurden. Zwischen Rechnungsbüchern, Stoffmustern und vergilbten Postkarten befand sich ein sorgfältig gebundenes Heft mit der Aufschrift „Protokoll der Gründungssitzung – Lichtbildliche Gesellschaft Tailfingen“. Die Handschrift, die Papierqualität und mehrere datierte Einträge lassen laut ersten Einschätzungen keinen Zweifel: Das Dokument stammt tatsächlich aus dem Jahr 1877.
Besonders bemerkenswert ist die Detailtiefe der Aufzeichnungen. So wird beschrieben, wie sich eine kleine Gruppe technikbegeisterter Bürger regelmäßig traf, um „die Kunst des Lichtbildes zu pflegen“ – zu einer Zeit, als Fotografie noch ein experimentelles und kostspieliges Unterfangen war. Auch erste Vereinsregeln, Mitgliedsbeiträge und sogar Hinweise auf gemeinsame Ausflüge zur „Aufnahme landschaftlicher Szenerien“ sind enthalten.
Die heutige Fotogilde Tailfingen zeigt sich überrascht und erfreut über den Fund. „Sollte sich die Echtheit bestätigen, wären wir einer der ältesten Fotoclubs Deutschlands“, heißt es aus Vereinskreisen. Eine fachhistorische Prüfung ist bereits in Vorbereitung.
Bis dahin bleibt die Entdeckung ein faszinierender Blick in die Vergangenheit – und ein Anlass, die eigene Vereinsgeschichte vielleicht ein wenig neu zu schreiben.
Nachtrag:
Wer jetzt spontan den Kalender prüft, liegt richtig. Heute ist der 1. April.